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Best Practice Projekte

Raum und Religion

Sparte: Kulturelles Erbe
Organistor: ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich (Niederösterreich)
Mitorganistoren: Architekturmuseum Wrozlaw/Breslau (P)
Stiftung St. Matthäus (D)
Österreichische Partner: Kunsthalle Krems (Niederösterreich)
Donau-Universität Krems (Niederösterreich)
Klangraum Minoritenkirche (Niederösterreich)
Österreichische Filmgalerie (Niederösterreich)
Dauer: 01.06.2005 - 31.05.2006
EU-Zuschuss: 150.000 Euro
1. Ausstellung Raum und Religion – Europäische Positionen im Sakralbau – Österreich / Deutschland / Polen

ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich präsentierte mit seinen Kooperationspartnern eine internationale, ökumenisch angelegte Ausstellung über gegenwärtige sakrale Architektur. Die Ausstellung gab einen Überblick über den europäischen Sakralbau seit 1989, stellte Bezüge zu zentralen Themen der Zeit in einer „postsäkularen“ oder neu-religiösen Gesellschaft her und wollte so die Diskussion über die kulturelle Identität Europas anregen und fortführen. Neben Neubauten wurden auch zeittypische Beispiele wie Kirchenumbauten, Erweiterungen vorhandener Gebäude, Krankenhauskapellen, Räume der Stille oder City-Stationen präsentiert. Architektonische Qualität, innovative pastorale Konzepte, Lösungen mit neuen immobilienwirtschaftlichen oder kirchenrechtlichen Ansätzen waren die zentralen Themen dieser Ausstellung. Anhand von Modellen, Skizzen und Fotos wurde im Hauptteil der Ausstellung eine Auswahl von Beispielen dokumentiert, die für die in den vergangenen Jahren entstandenen Kirchenbauten repräsentativ sind. So wurden die Hauptthemen des aktuellen sakralen Bauens exemplarisch entfaltet. Zusätzlich wurden Leitbilder und Schlüsselmotive vorgestellt, die den europäischen Sakralbau im 20. Jahrhundert entscheidend geprägt haben.

Die Ausstellung wurde nach der Kunsthalle Krems in der St. Elisabeth-Kirche in Berlin und im Muzeum Architektury we Wroclawiu (Architekturmuseum Breslau) gezeigt. Zur Ausstellung erschien das Buch „Raum und Religion – Europäische Positionen im Sakralbau – Deutschland/Österreich/Polen“.

2. Filmfestival Der sakrale Raum

In Ergänzung zu der Ausstellung fand vom 4. bis 6. November 2005 das ORTE-Filmfestival statt. Das Festival bot ein vielschichtiges Programm und
eröffnete spannende Einblicke in das breite Spektrum verschiedener kultureller und religiöser Zugänge zu „heiligen“ und „transzendentalen“ Räumen. Zu den Dokumentarfilm-Highlights des Festivals zählten „Forest of Bliss“ von Robert Gardner, „Jesus, Du weißt“ von Ulrich Seidl und „Naked Spaces: Living Is Round“ von Trinh T. Minh-ha. Uli Aumüllers Dokumentarfilm „Dein Kuss von göttlicher Natur – Der ZEITgenosse Perotin“ wurde in österreichischer Erstaufführung gezeigt. Neben hervorragenden Architektenportraits über Santiago Calatrava „Die Reisen des Santiago Calatrava“ von Christoph Schaub) und Richard Meier („Magier des Lichts“ von Gero von Boehm) ergänzten Meisterwerke des europäischen Kinos wie der Spielfilm „Stalker“ von Andrej Tarkowskij das Programm.

Rund um das Filmprogramm eröffneten Einführungen und Podiumsdiskussionen von und mit ArchitektInnen, FilmemacherInnen, ReligionswissenschaftlerInnen und TheoretikerInnen dem Publikum verschiedene Zugänge und Einblicke in das Thema und zu einzelnen Filmen. Dabei standen weiterführende Fragen zum Thema „Profanität des Sakralen und Sakralität des Profanen“ im Mittelpunkt: Nach welchen Kriterien entwerfen ArchitektInnen heute religiöse Bauwerke? Unterscheidet sich der Prozess des Entwerfens und Planens eines sakralen Gebäudes von dem eines profanen? Was führt zur Wahrnehmung von sakraler Atmosphäre im öffentlichen Raum, was im Film?

3. Symposium Die Rolle der Kirche als Bauherr

Die öffentliche Präsenz der Kirchen wird wesentlich durch Kunst und Architektur geprägt. Im Rahmen dieses Symposiums am 3. Februar 2006 referierten und diskutierten Bauherren, ArchitektInnen, KunsthistorikerInnen, TheologInnen und ArchitekturkritikerInnen und warfen Fragen auf wie: Welche Erwartungen und Ansprüche stellen die Kirchen an Architekten und Künstler? Welchen Stellenwert hat die Kirche als Auftraggeber in der Architektur- und Kunstszene? Gibt es einen Beitrag der Kirchen zur aktuellen Kultur, der mehr als historisch ist?


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Projektbilder

Foto Monika Rizzi Rycerz Foto Heinrich Hermes